Der Heilige Norbert
Der aus Xanten am Niederrhein stammende hl. Norbert von Magdeburg - so
gennant, weil er zuletzt Erzbischof dieser Stadt war - und Gründer der
weißen Prämonstratensermönche, wird dargestellt
in Bischofs- oder Prämonstratensertracht, Gefäß mit dem heiligsten Sakrament in der Hand
oder Kelch mit Spinne und gefesselten Häretikern zu Füßen.
Norbert wurde um 1080 als Sohn Heriberts von Gennep und Hadewigs von
Guise in Xanten geboren. Er führte in seiner Jugend ein durchaus weltliches
Leben. Seine Eltern ließen den Knaben auf den geistlichen Stand vorbereiten.
Rasch brachte er es infolge seiner edlen Geburt zu hohen Ämtern,
wurde Kanonikus in Xanten, Domherr in Köln und schließlich Hofkaplan
Kaiser Heinrichs V. Das glänzende sorgenlose Leben gefiel Norbert und
seine Gedanken gehörten entschieden mehr der Welt an als Gott.
Ein an die Bekehrung des hl. Paulus erinnerndes Erlebnis jedoch sollte
seinen Sinn völlig wandeln. Als er eines Tages einen Spazierritt nach
Wreden unternahm, zog plötzlich ein heftiges Unwetter herauf. Von Schrecken
und Angst befallen, ließ er seinem Pferd die Zügel schießen, um dem Gewitter
zu entkommen. Da schlug ein Blitz hart vor ihm ein, sein Pferd scheute,
warf ihn ab, und Norbert blieb lange Zeit bewußtlos liegen. Als er wieder
zu sich kam, war sein Inneres tief aufgewühlt. Er erkannte, wie nahe
er dem Tod gewesen, wie unvorbereitet er dem ewigen Richter hätte
gegenüberstehen müssen und nahm sich fest vor, sein Leben hinfort
grundlegend zu ändern.
Nach einer harten Zeit der Buße und Reue, die er im Benediktinerkloster
Siegburg verbracht hatte, bereitete er sich auf die Priesterweihe vor,
die er 1115 empfing. Er gab all seinen Besitz den Armen und las nach
vierzigtägiger Einsamkeit seine erste Messe in Xanten. Nachdem er die
Kanzel bestiegen hatte, predigte Norbert mit solcher Kraft über die
Eitelkeiten der Welt und von der Kürze des menschlichen Lebens, daß alle,
die ihn hörten, tief erschüttert waren. In ein härenes Kleid gehüllt,
suchte er den greisen Papst Gelasius II. auf, der sich zu der Zeit als
Flüchtling in Cluny befand, legte eine Generalbeichte ab und erbat sich
von ihm eine Predigtvollmacht.
Nun durchwanderte Norbert barfuß das Land und ließ überall seinen
Ruf zur Buße erschallen. Er erschien den Menschen wie ein Abgesandter
Gottes, und unzählige Sünder bekehrten sich durch ihn. Nach Laon
gekommen, wollte ihn der dortige Bischof an seine Diozöse binden
und gab ihm ein Stück Land, um daselbst ein Kloster zu gründen.
Norbert wählte einen öden abgelegenden Ort in einem Wald, Premontre
genannt, und gründete 1121 an dieser Stelle einen Reform-Orden der
Augustiner-Chorherren nach dem Vorbild der Zisterzienser. Von hier
aus durchzog er nun als gewaltiger Prediger Frankreich, Belgien und
Deutschland. In Antwerpen trat er mit Erfolg dem Ketzer und Schwärmer
Tankelin entgegen, dessen Lehre, Kirche, Priestertum und die Sakramente
seien zu verwerfen, verheerend um sich gegriffen hatte. Norbert aber
gelang es, die Irrlehre überall überzeugend zu widerlegen und die
Einwohner des Landes zur Kirche zurückzuführen.
Der Orden der Prämonstratenser oder Norbertiner,
der rasche Ausbreitung fand, erhielt 1126 die päpstliche Bestätigung durch Honorius II. Im
gleichen Jahr wurde Norbert vom Reichstag zu Speyer gegen seinen
Willen zum Erzbischof von Magdeburg erhoben. In dieser Stadt hatte
er anfänglich große Schwierigkeiten zu überwinden. Seine strengen
Reformideen, die vor allem auch den Klerus betrafen, stießen auf
erheblichen Widerstand. Ein Volksauflauf, ja sogar Mordanschläge
auf den neuen Bischof waren die Folge. Er entging mit Gottes Hilfe
allen Gefahren. Nach drei Jahren unausgesetzter Arbeit und unerbittlich
strengen aber gerechten Wirkens, das durch sein eigenes beispielhaft
lauteres Leben noch nachdrücklicher wurde, gelang es ihm, die größten
Mißstände zu beseitigen. Sein Ansehen wuchs mehr und mehr, Kaiser
Lothar ernannte ihn zum Kanzler von Italien.
Nach achtjähriger Tätigkeit erlag der knapp Fünfzigjährige einer
längeren Krankheit. Er starb am 6. Juni 1134 in Magdeburg. Seine
Kanonisation erfolgte 1582. Ein Teil seiner Reliquien befindet sich
seit 1627 in der Prämonstratenserabtei Strahow bei Prag. Unter sein
Leben kann man seinen eigenen Ausspruch setzen:"Ich war am Hof, ich
lebte im Kloster, ich stand in hohen Ehrenämtern der Kirche, und ich
habe überall gelernt, daß es nichts Besseres gibt als sich ganz
an Gott hinzugeben"
In unserer Kirchenzeitung "Der Dom" (Ausgabe Nr.40 vom 05.10.2008 / Seite 23) hat
Herr Prälat Roman Mensing in der Serie "Heilige und Helfer der Kirche von Paderborn"
Norbert von Xanten in einem kurzen interessanten Beitrag vorgestellt.